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Fatigue bei Krebserkrankung 

Rehabilitation bei Fatigue ist wirksam: Ergebnisse einer Studie zur Effektivität
eines Übungsprogramms bei Brustkrebspatientinnen
 

Ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue) ist bei Frauen nach Brustkrebsbehandlung das häufigste Symptom und führt zu einer deutlichen Verminderung der Lebensqualität. In einer wissenschaftlichen Untersuchung wurde jetzt in der Sonnenberg-Klinik in Bad Sooden-Allendorf in Kooperation mit dem Institut für Sportmedizin der Universität Göttingen bei Fatigue die Wirksamkeit eines strukturierten Übungsprogramms auf körperliche Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und Fatigue während einer dreiwöchigen stationären Rehabilitation und drei Monate danach überprüft. Ein speziell entwickeltes Übungsprogramm „Fitness trotz Fatigue“ (kostenlos zu beziehen über die Deutsche Fatigue Gesellschaft: www.deutsche-fatigue-gesellschaft.de) enthält Elemente des Muskelkrafttrainings, zusätzliche Dehnungsübungen und eine detaillierte Anleitung zum Ausdauertraining.

Von 279 untersuchten Patientinnen gaben 220 (78,9 %) eine bedeutsame Fatigue belastung an (Score > 4 auf einer Skala von 0 - 10). 63 Frauen mit Fatigue nahmen an der Studie teil und wurden zufällig einer Kontrollgruppe, die das übliche Übungsprogramm während der stationären Rehabilitation erhielt und einer Trainingsgruppe, die darüber hinaus eine Einführung in die spezifischen Trainingsübungen (Fitness trotz Fatigue) bekamen, zugeordnet. Alle Patientinnen wurden am Anfang und Ende der stationären Rehabilitation auf ihre Ausdauer und Kraftleistung untersucht und füllten zusätzlich Fragebögen aus, die drei Monate nach Ende der Rehabilitation erneut beantwortet wurden. Patientinnen der Trainingsgruppe wurden angehalten, das Übungsprogramm auch nach Entlassung zu Hause regelmäßig durchzuführen.

Am Ende der Rehabilitation war für beide Gruppen, sowohl für die Beinstrecker (Trainingsgruppe + 3,5 kg, Kontrollgruppe + 1,4 kg), als auch die Armbeuger (Trainingsgruppe + 2,3 kg, Kontrollgruppe + 2,0 kg) ein deutlicher Zuwachs der Maximalkraft messbar, der allerdings für die Trainingsgruppe etwas größer war. 

Abbildung  SEQ Abbildung \* ARABIC 1: Veränderung der Kraft der Beinstrecker von t1 zu t2 (Trainingsgruppe) 

Auch die Lebensqualität und die Fatigue besserten sich in beiden Gruppen bis zum Ende der Rehabilitation. Nach drei Monaten war jedoch der Effekt in der Kontrollgruppe wieder rückläufig, während er sich in der Trainingsgruppe weiter verbesserte.

Abbildung 2: Ergebnisse Lebensqualität und Fatigue gemessen mit FACIT – total score (Kontrollgruppe) 

Abbildung 3: Ergebnisse Lebensqualität und Fatigue gemessen mit FACIT – total score (Trainingsgruppe)

Auch Angst und Depression nahmen in der Trainingsgruppe nach drei Monaten weiter ab.

Die Studie belegt, dass die positiven Effekte der stationären Rehabilitation bei Brustkrebspatientinnen durch das Übungsprogramm „Fitness trotz Fatigue“ im ambulanten Bereich erhalten bleibt und sich sogar weiter verbesserte. Durch gezielte Schulungsmaßnahmen und schriftliche Trainingsanleitungen kann damit der positive Effekt der stationären Rehabilitation über einen längeren Bereich deutlich erhalten werden. Die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Untersuchung sind Teil der Promotionsarbeit von Frau Elsner von der Malsburg und werden demnächst publiziert. Nähere Einzelheiten der Untersuchung können bei Prof. Heim, Sonnenberg-Klinik, Bad Sooden-Allendorf erfragt werden.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

Prof. Dr. Manfred E. Heim

Animationen animierte Augen

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Aktualisiert: Juni 2010

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